Risikomanagement

 

11. Risikomanagement

Allgemeiner Teil

In den letzten Jahren wurde bei den Wiener Stadtwerken ein umfassendes Risikomanagementsystem implementiert, das eine frühzeitige Erkennung von Chancen und Risiken und damit ein entsprechend rechtzeitiges Setzen von Maßnahmen ermöglicht.

Gemäß den international anerkannten Ansätzen von COSO (=Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) umfasst der implementierte Risikomanagementprozess die Erhebung, Erfassung und Bewertung der Risiken aller Konzernunternehmen. Ein weiterer wesentlicher Teil des Prozesses liegt in der Initiierung von dem Risiko gegensteuernden Maßnahmen. Einheitliche Instrumentarien wie ein Risikoerhebungsbogen und eine Risikodatenbank unterstützen die Durchführung des Prozesses optimal.

Die Einhaltung des revolvierenden Risikomanagementprozesses wird durch eine fix etablierte Risikomanagementorganisation sichergestellt. In allen Konzernunternehmen fungiert der Risikocontroller als zentraler Treiber des Risikomanagementprozesses. Für wesentliche Fachthemen (Finanzen, IT, Beteiligungen, Personal) fungieren Themenrisikocontroller als Fachexperten für die betreffenden Risiken und bilden die Schnittstelle zu den Fachgremien dieser Themenbereiche. Damit wird eine optimale Verwebung des Risikomanagementsystems mit der bestehenden Organisationsstruktur gewährleistet und dessen Effektivität weiter verstärkt.

Internes Kontrollsystem (IKS)

Aufgrund des Unternehmensrechtsänderungsgesetzes 2008 wurde im Geschäftsjahr 2009 ein konzernweites Projekt gestartet mit dem Ziel, eine Evaluierung der IKS-relevanten Regelungen und Prozesse durchzuführen und die systematische Dokumentation des IKS zu verbessern. Die Evaluierung wurde durch das Beratungsunternehmen Ernst & Young anhand einer standardisierten und an den Konzern der Wiener Stadtwerke angepassten IKS-Checkliste durchgeführt und umfasste eine eingehende Analyse der IKS-relevanten Dokumentation. Im Ergebnisbericht hat Ernst & Young festgestellt, dass die Wiener Linien GmbH & Co KG abgesehen von einzelnen, im Bericht beschriebenen Verbesserungspotenzialen über eine der Größe und Komplexität des Unternehmens angemessene Dokumentation des IKS verfügt. Die angesprochenen Verbesserungspotenziale wurden zum Teil bereits realisiert oder werden im Laufe des Geschäftsjahres 2010 umgesetzt.

Beschreibung der Unternehmensrisiken

Die Wiener Linien GmbH & Co KG ist durch die konsequente Nutzung ihrer Chancen zur Sicherstellung eines leistungsfähigen und attraktiven öffentlichen Verkehrsnetzes gleichzeitig zahlreichen Risiken ausgesetzt. Zur frühzeitigen Erkennung sowie weitestgehenden Vermeidung bzw. Kontrolle und Steuerung von Risiken wird das konzernweite und dennoch unternehmensspezifische Risikomanagementsystem eingesetzt.

Entsprechend der Ersterhebung können die Risiken in die folgenden sieben Toprisikogruppen unterteilt werden: Anlagen-, Finanz-, Marktrisiken, Beteiligungs-, Umfeld-, Beschaffungs-
sowie Organisations- und Personalrisiken.

Für ein anlagenintensives Unternehmen stellt die Sicherheit und Zuverlässigkeit der technischen Infrastruktur einen essenziellen Erfolgsfaktor dar, weshalb auf die Einhaltung hoher technischer Standards geachtet wird. Da das operative und strategische Management von komplexen IT-Systemen abhängig ist, werden Maßnahmen zur Erreichung einer hohen Verfügbarkeit und Gewährleistung der organisatorischen Abläufe ergriffen.

Im Zuge der Errichtung eines Sicherheitsmanagementsystems gemäß EisbG §39 bei der Wiener Linien GmbH & Co KG werden derzeit schwerpunktmäßig die betrieblichen Risiken (Naturgefahren, technische Gefahren und intentionale Gefahren wie Kriminalität und Sabotage) identifiziert und die Ergebnisse nach Abschluss des Projekts in das bestehende Risikomanagementsystem integriert.

Im Jahr 2009 standen infolge der ungünstigen Entwicklungen des Kapitalmarktes besonders die Finanzrisiken (z. B. Veranlagungsrisiken, US-Lease-Transaktionen) im Vordergrund. Durch den Einsatz von entsprechenden Sicherungsmaßnahmen und Veranlagungsbestimmungen werden diese Risiken jedoch begrenzt. Speziell die Auswirkungen auf die US-Lease-Verträge werden laufend im Auge behalten, demgemäß wurden 2009 mehrere Teile von US-Lease-Transaktionen vorzeitig beendet.

Die aus den zahlreichen Investitionen (z. B. U-Bahn-Neubau, Fahrzeuge) resultierenden umfangreichen Beschaffungsprozesse erfordern eine laufende Beobachtung der Märkte, um den Risiken im Beschaffungsbereich entgegenzuwirken.

Zusammenfassend stellt das implementierte Risikomanagementsystem mit seiner laufenden Berichterstattung die Früherkennung, Bewertung und Steuerung der wesentlichen Risiken sicher. Per 31.12.2009 sind keine Risiken zu erkennen, die isoliert oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken für die Wiener Linien GmbH & Co KG bestandsgefährdende Auswirkungen auslösen könnten.

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