Nachhaltigkeit

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Auf der Umweltschiene

Umweltschutz darf sich nicht nur auf ökologische Komponenten beschränken. Das gilt vor allem für ein Unternehmen wie die Wiener Linien. Denn der öffentliche Verkehr trägt in Wien wesentlich dazu bei, Umwelt und Klima zu schützen. Doch die Öffis werden nur dann gern und oft benutzt, wenn sie Vorteile gegenüber dem PKW bringen. Das erfordert permanente Investitionen in Fahrzeuge, Strecken und Serviceleistungen. „Nachhaltigkeit braucht wirtschaftlichen Erfolg“, sagt Mag.a Katharina Neunteufel, seit Mai 2009 Nachhaltigkeitsbeauftragte der Wiener Linien.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für die Wiener Linien?

Nachhaltigkeit ist für uns ein sehr umfassender Begriff. Er beinhaltet nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche und soziale Komponenten. Im Klartext heißt das: Umweltschutz kann nur dann dauerhaft sein, wenn er Hand in Hand mit wirtschaftlichem Erfolg geht. In diesem Sinne fühlen sich die Wiener Linien seit jeher einer nachhaltigen Unternehmensführung verpflichtet. Ökologische, soziale und wirtschaftliche Verträglichkeit sind in unseren Aktivitäten fest verankert. Und das aus gutem Grund: Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen, vor der die Menschheit je stand. Seine teilweise katastrophalen Auswirkungen sind schon jetzt deutlich spürbar. Und dabei stehen wir erst am Anfang. Die Folgen für unsere Kinder und alle nachfolgenden Generationen sind noch gar nicht abschätzbar.

„Wien ist die einzige Stadt Europas, in der die Öffis mehr genutzt werden als die eigenen PKWs.“

Mag.a Katharina Neunteufel

Was kann gegen den Klimawandel getan werden?

Hauptursache für den Klimawandel ist der hohe Ausstoß an klimaschädlichen Gasen wie CO2 und Stickoxiden, die vor allem durch den motorisierten Personenverkehr freigesetzt werden.

Um es also vereinfacht auszudrücken: Je öfter die Wienerinnen und Wiener die Öffis nutzen, desto besser ist es für den Klima- und Umweltschutz. Denn das bedeutet: weniger Staus und weniger Abgase, aber auch weniger Feinstaub und weniger Lärm. Dadurch können gleich mehrere positive Effekte für Mensch und Umwelt erreicht werden.

Foto: Mag.a Katharina Neunteufel

Wie schaut das in konkreten Zahlen aus?

Im Jahr 2000 wurde in Wien das Klimaschutzpaket, kurz KliP Wien genannt, verabschiedet. Die Fortschreibung dieses Programms (KliP Wien II), welche im Dezember 2009 vom Wiener Gemeinderat beschlossen wurde, sieht eine Reduktion der Treibhausgasemissionen pro Kopf von 21 Prozent bis zum Jahr 2020 vor (bezogen auf 1990). Kernziel des Programms ist eine nachhaltige Energie- und Verkehrspolitik, welche eine Reduktion des motorisierten Individualverkehrs zugunsten des öffentlichen Verkehrs vorsieht.

Im Jahr 2003 wurde von den Verkehrsverantwortlichen Wiens der Masterplan Verkehr ins Leben gerufen. Die Fortschreibung dieses Planes im Jahr 2008 sieht vor, den Anteil der von den Wienern und Wienerinnen mit dem öffentlichen Verkehr zurückgelegten Wege bis zum Jahr 2020, von derzeit 35 Prozent, auf 40 Prozent zu erhöhen. Parallel dazu soll der motorisierte Individualverkehr auf 25 Prozent aller Wege gesenkt werden.

Ohne zu übertreiben kann ich sagen: Die Wiener Linien sind am besten Weg, dieses Ziel auch zu erreichen.

Welche Strategie verfolgten die Wiener Linien hier?

Unsere Strategie war, die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) nachhaltig zu steigern – und damit auch einen positiven Beitrag für den Klimaschutz zu leisten. Die CO2-Emissionen selbst eines kleinen, sparsamen PKW sind noch immer deutlich höher als jene, die durch den schienengebundenen ÖPNV verursacht werden. Daher ist es aus Gründen des Klimaschutzes sehr wichtig, die Menschen dauerhaft weg vom Individualverkehr und hin zu vermehrter Öffi-Nutzung zu bewegen.

Das ist uns bisher auch ganz gut gelungen. Wien ist die einzige Stadt Europas, in der mehr Menschen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind als mit dem privaten PKW. Doch das ist für uns erst der Anfang. Unser erklärtes Ziel lautet, noch mehr Menschen davon zu überzeugen, auf das Auto zu verzichten und auf U-Bahn, Bim oder Bus umzusteigen.

„Die Wiener Linien schaffen mehr Lebensqualität und erzielen so auch eine nachhaltige Wirkung.“

Mag.a Katharina Neunteufel

Wie wollen die Wiener Linien das erreichen?

Indem wir konsequent den Weg weiterverfolgen, den wir bisher schon gegangen sind. Indem wir permanent in den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs investieren. Indem wir neue Stadtgebiete an- und erschließen.

Nehmen wir als Beispiel die Erweiterung der U2 zum Praterstadion. Das haben wir nicht nur wegen der Fußball-Europameisterschaft 2008 gemacht. Wir wollten und wollen die dortigen Stadtbezirke systematisch erschließen und damit ein Zeichen setzen. Wir wollen die Mobilität in der Stadt Stück für Stück erhöhen. Wir wollen die Randbezirke in den Puls der Stadt eingliedern. Selbstverständlich mit dem Hintergedanken, auch hier die Menschen weg vom privaten PKW hin zu den öffentlichen Verkehrsmitteln zu bringen.

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