Die Donaumetropole ist weltweiter Pionier in der Umsetzung eines ganzheitlichen Mobilitätskonzepts. Das liegt zum einen daran, dass die Wiener Linien verschiedene Verkehrssysteme optimal miteinander vernetzen. Zum anderen wird hier auch der Grundsatz „Mobilität für alle“ ernst genommen und konsequent umgesetzt. Wie das in Wien funktioniert, zeigt Petra Wamser, Stationswartin der Wiener Linien, am Beispiel der U3.
Die U3 ist seit mehr als zehn Jahren „ihre“ Linie. Petra Wamser arbeitet als Stationswartin – und sie kennt die Strecke von Ottakring nach Simmering wie ihre Westentasche. „Der Auftrag der Wiener Linien lautet, für eine optimale Mobilität der Stadt Wien zu sorgen“, sagt die 30-jährige Wienerin. „Wir sind dafür verantwortlich, dass die Wienerinnen und Wiener täglich pünktlich und bequem in ihre Arbeit, zur Schule oder nach Hause kommen. Und das so unkompliziert und so schnell wie möglich.“ Dann lächelt Petra Wamser verschmitzt. „Das gilt jetzt auch für mich. Ich muss zur Arbeit.“

Die Mobilität der Bundeshauptstadt mit ihren 1,7 Millionen Einwohnern zu sichern, erfordert eine logistische Meisterleistung. Untersuchungen bestätigen immer wieder: Die Donaumetropole ist eine der attraktivsten Städte der Welt! Sie wird international als Vorzeigestadt für moderne Mobilität gehandelt. Wien profitiert vor allem von einem langfristig geplanten Gesamtkonzept, das alle Verkehrsarten einbezieht. Unter dem Motto „Straße fair teilen“ wird öffentlichen Verkehrsmitteln der gleiche Stellenwert beigemessen wie dem Fahrrad- und Fußgängerverkehr. Aber auch Kurzparkzonen sind integraler Bestandteil dieses Konzepts. Wien setzt somit konsequent auf den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV).
Zentrales Element sind die zahlreichen technischen Innovationen wie Ultraniederflurstraßenbahnen (ULF), intermodale Echtzeitfahrpläne oder Fahrplanabfragen via Handy. Ein weiterer Fortschritt ist PT Nova (SAP-verknüpftes System zum Vertrieb von Jahreskarten, Schülerkarten und dem Automatenverkauf), das den Datenfluss mobiler oder stationärer Fahrkartenautomaten, Fahrscheindrucker und Kassensysteme beschleunigt. „So können die Wiener Linien Mobilitätsketten noch effizienter gestalten“, sagt Petra Wamser.
Doch optimale Mobilität beginnt schon bei Kleinigkeiten. „Hier in Wien verzichten wir zum Beispiel auf Drehkreuze bei den Stationsein- und -ausgängen“, informiert Petra Wamser, als sie morgens bei der Station Erdberg einsteigt, um zu ihrer Dienststelle zu fahren. Das offene System des Wiener U-Bahn-Netzes erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern lässt auch einen schnelleren Personenfluss zu. Das wissen unsere Fahrgäste zu schätzen: Der hohe Stammkundenanteil der Wiener Linien findet weltweite Beachtung!

Von zentraler Bedeutung ist für die Wiener Linien auch der Grundsatz „Mobilität für alle“. Mobilität darf keine soziale Frage sein. Die Tarife sind so gestaltet, dass sie auch für einkommensschwächere Bevölkerungsschichten leistbar bleiben. Im internationalen Vergleich zeigt sich klar: In Wien fährt man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht nur besser, sondern auch günstiger. Eine attraktive Tarifgestaltung trägt schließlich auch dazu bei, die Wahl zwischen Auto und Öffis zugunsten Letzterer zu beeinflussen.
Optimale Mobilität integriert aber auch Menschen mit Handicaps optimal in den öffentlichen Verkehrsfluss. Barrierefreiheit lautet das Stichwort – die Wiener Linien gestalten ihre Einrichtungen so, dass sie von Menschen mit Handicap jedweder Art uneingeschränkt benutzt werden können. In enger Kooperation mit Selbsthilfeorganisationen werden im öffentlichen Verkehr in Wien Stück für Stück Barrieren abgebaut: Lifte in den U-Bahn-Stationen, Blindenleitsysteme und ebene Einstiege bzw. Rampen in den neuen Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen sollen allen Wienerinnen und Wienern die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ermöglichen.
Der ULF (Ultra Low Floor) hat die weltweit geringste Einstiegshöhe von 19 Zentimetern. In Kombination mit extrabreiten Türen ist er nicht nur für Fahrgäste mit Handicaps besonders geeignet, generell funktioniert der Ein- und Aussteigevorgang um 40 Prozent schneller.
Derzeit sind insgesamt 197 ULF-Fahrzeuge im Einsatz, darunter 45 klimatisierte Garnituren der zweiten Generation. Bis Anfang 2015 sollen es insgesamt 302 sein.
Wir senden den gedruckten Jahresbericht 2009 auf Wunsch per Post zu Ihnen.
