DI Günter Steinbauer

Lichtenegger: Gerade in Krisenzeiten, in denen private Unternehmungen zurückstecken, verstärkt unser Eigentümer, die Stadt Wien, seine Anstrengungen. Im Rahmen des Konjunkturpakets 2009 konnten auch die Wiener Linien große Projekte mit erheblicher konjunktureller Wirkung ankurbeln: So werden beispielsweise die Stationen der Unterpflasterstraßenbahn (USTRAB) am Gürtel revitalisiert.
Steinbauer: So ist es. 2009 haben wir vor allem im Rahmen des U-Bahn-Ausbaus zahlreiche Aktivitäten gesetzt: Die sechs neuen Stationen zwischen Stadion und Aspernstraße wurden im Innenbereich ausgebaut – einer der letzten Arbeitsschritte zur Finalisierung der neuen U-Bahn-Trasse bis zur Aspernstraße mit einer Gesamtinvestition von 500 Mio. Euro. Der Spatenstich für drei weitere U2-Stationen von der Aspernstraße zur Seestadt erfolgte ebenso wie die Bauvorbereitungen für die fünf Kilometer lange Verlängerung der U1 vom Reumannplatz bis Rothneusiedl. Auf dem Südtiroler Platz hat der Umbau begonnen, womit der direkte U-Bahn-Anschluss des neuen Hauptbahnhofes gewährleistet wird.
Lichtenegger: Gemeinsam mit dem Wiener Design- und Software-Unternehmen Fluidtime und unseren Partnern im Verkehrsverbund Ost-Region haben wir „qando“ entwickelt und auf den Markt gebracht. Das System funktioniert auf allen modernen Handys und beinhaltet neben einer mobilen Fahrplanauskunft auch interaktive Stadtpläne, Ticketing und eine Echtzeitanzeige für die meisten der insgesamt rund 4.400 Haltestellen der Wiener Linien.
Im Herbst sind wir auch in Sachen Sauberkeit und Hausordnung, von der Öffentlichkeit stark wahrgenommen, in die Offensive gegangen. Mit dem Linien- und Reinigungsservice haben wir ein weiteres erfolgreiches Projekt gestartet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beiden neuen Einrichtungen an der direkten Schnittstelle zu den Kunden sorgen dafür, dass die öffentlichen Verkehrsmittel noch sauberer und sicherer sind. Wir freuen uns sehr, dass diese Services so gut aufgenommen wurden. Die durchwegs positiven Rückmeldungen bestätigen, dass wir damit den Bedürfnissen der Fahrgäste nachkommen.
Mag. Walter Andrle

Steinbauer: Ein Highlight des Jahres 2010 wird die Eröffnung des neuen Teilstücks der U2 vom Stadion bis zur Aspernstraße im Oktober sein. Wir überqueren nach U1 und U6 damit das dritte Mal die Donau, können sechs neue Stationen bieten und erschließen damit wichtige Siedlungsschwerpunkte optimal.
Auch die bauvorbereitenden Maßnahmen für die Erweiterung der Straßenbahnlinie 26 – die erste Netzerweiterung einer Straßenbahn seit 1996 – werden im Jahr 2010 begonnen. Die Linie 26 wird bis Ende 2013 um zehn neue Haltestellen ergänzt und die ideale Verbindung zwischen Donaustadt und Floridsdorf darstellen. In diesem Zusammenhang wird auch die Straßenbahnlinie 25 verlängert.
Andrle: Der U-Bahn-Ausbau wird auch in den kommenden Jahren das Herzstück bleiben. In der vierten Ausbauphase bis 2019 wird das U-Bahn-Netz auf 90 Kilometer verlängert – das entspricht einer Entfernung von Wien bis zum Semmering. Außerdem wird die Hauptwerkstätte bis 2013 umgebaut. Durch energieoptimierte Bauweise und technische Anpassungen – im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie der Wiener Linien – kann der Energieverbrauch nachhaltig gesenkt werden.
Wir senden den gedruckten Jahresbericht 2009 auf Wunsch per Post zu Ihnen.
