Gespräch mit der Geschäftsführung

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Wiener Linien bleiben auf Erfolgskurs

Foto: Mag. Walter Andrle, DI Günter Steinbauer, DI Dr. Michael Lichtenegger

Die Wiener Linien haben den motorisierten Individualverkehr überholt: 35 Prozent der Wege in der Bundeshauptstadt werden mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt und nur mehr 32 Prozent der Wege mit dem Auto. 2009 waren rund 812 Millionen Fahrgäste auf den 116 U-Bahn-, Straßenbahn- und Autobus-Linien unterwegs. Die Wiener Linien sichern dadurch die Funktionstüchtigkeit des Verkehrs in und rund um Wien, ermöglichen eine intakte Logistik der Wirtschaft, schonen die Umwelt und tragen wesentlich zur Lebens- und Standortqualität Wiens bei.

 

„Wir haben der Bevölkerung Wiens und der Ostregion gezeigt, dass ‚ihr‘ guter öffentlicher Verkehr auch internationale Beachtung findet.“

DI Dr. Michael Lichtenegger

Foto: DI Dr. Michael Lichtenegger

Wie sieht Ihr Resümee aus, wenn Sie auf das vergangene Jahr zurückblicken?

Andrle: Wenn wir uns die aktuellen Bilanz-Zahlen ansehen, können wir zufrieden sein, weil sie der Beweis dafür sind, dass wir alle miteinander in den letzten Jahren höchst erfolgreich gearbeitet haben. Die Fahrgastzahlen bei den Wiener Linien sind im Jahr 2009 abermals – zum sechsten Mal hintereinander – angestiegen. Und das, obwohl bereits im Jahr davor durch die Fußball-Europameisterschaft ein enormer Anstieg erfolgt war. Im Jahr 2009 nutzten insgesamt 811,8 Millionen Fahrgäste die Verkehrsmittel der Wiener Linien: Das entspricht im Schnitt 2,2 Millionen Fahrgästen pro Tag.

Worauf führen Sie diesen Anstieg zurück?

Steinbauer: Dieser kontinuierliche Anstieg und der nunmehrige neue Spitzenwert sind vor allem auf das international hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis zurückzuführen. In einem Vergleich der Einzelfahrschein-Preise von 21 Städten sind nur drei billiger als die Wiener Linien – alle drei mit einem wesentlich kleineren Verkehrsnetz als Wien. Vergleichbare deutsche Städte sind wesentlich teurer als Wien. Auch um vieles kleinere Städte mit entsprechend kleineren Netzen des öffentlichen Verkehrs liegen weit über den Ticketpreisen der Wiener Linien. Bei den Jahreskarten sind die Wiener Linien international ebenfalls besonders preiswert.

Die Öffi-Welt blickt also nach Wien?

Lichtenegger: Unsere Leistungen werden ganz sicher auch international anerkannt. Nicht ohne Grund war Wien im Juni Tagungsort des Internationalen Verbands für öffentliches Verkehrswesen (UITP) und damit eine knappe Woche lang „Welthauptstadt des öffentlichen Verkehrs“. Wien war 2009 bereits zum fünften Mal Gastgeber des UITP-Weltkongresses. Bei dem Kongress treffen sich Verkehrsexperten aus der ganzen Welt, um bei Vorträgen, Besichtigungen und Rahmenveranstaltungen neueste Entwicklungen auf dem Gebiet des öffentlichen Verkehrs kennenzulernen. Selbstverständlich haben wir dabei auch ein öffentliches Verkehrssystem präsentiert, das im internationalen Vergleich hervorragend abschneidet. Doch wir haben auch ein anderes, ebenso wichtiges Ziel verfolgt: Wir haben der Bevölkerung Wiens und der Ostregion gezeigt, dass „ihr“ guter öffentlicher Verkehr auch internationale Beachtung findet.

2009 gilt allgemein als Krisenjahr. Wie gut haben die Wiener Linien die Wirtschaftskrise überstanden?

Andrle: Wir haben im Jahr 2009 durch Investitionen vor allem im Bausektor für eine Entspannung der Auftragslage gesorgt. Das zeigt deutlich: Die Wiener Linien waren auch im schwierigen Jahr 2009 ein krisenunabhängiger Konjunktur- und Standortfaktor, der tausende Arbeitsplätze erhalten, gesichert und geschaffen hat.

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