1969 betrat der erste Mensch den Mond. Das Internet wurde erfunden. Die Beatles gaben ihr letztes Konzert, in Woodstock gab es ein riesiges Konzert. Der ORF sendete zum ersten Mal in Farbe. Und Wien legte am 3. November den Grundstein für das Wiener U-Bahn-Netz.

Schon Mitte des 19. Jahrhunderts gab es Erwägungen, die Innere Stadt mittels einer U-Bahn zu durchqueren. Gebaut wurde aber zu Ende des 19. Jahrhunderts nur eine Wiener Stadtbahn. Den weiteren detaillierten Netzplänen für eine echte U-Bahn bereitete jedoch der Erste Weltkrieg ein jähes Ende.
Rund 35 Jahre und einen weiteren Weltkrieg später wurde der Städteplaner Dr. Karl Heinrich Brunner beauftragt, ein neues Verkehrskonzept zu erstellen: Für ihn stand der U-Bahn-Bau an erster Stelle. Doch die Zeit des Wiederaufbaus bzw. des Wirtschaftswunders war gekennzeichnet durch eine allgemeine Autoeuphorie. Wählerstimmen waren mit dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs nur schwer zu gewinnen.
Der nachfolgende Stadtplaner, Roland Rainer, hatte wieder völlig andere Zukunftsvisionen: Die Innere Stadt voller Busse und Taxis, riesige Parkhäuser am Stadtrand und Schnellstraßen quer durch Wien. Dies provozierte jedoch Widerstand. Einzig sein Vorschlag, Unterpflasterstraßenbahnen zu bauen, wurde umgesetzt.

Anfang der 60er-Jahre wurde der Verkehr in Wien durch die steigende Motorisierung immer chaotischer. 1965 war man sich nach verkehrstechnischen Untersuchungen von Univ. Prof. Edwin Engel einig: Wien brauchte eine U-Bahn!
1968 beschloss der Gemeinderat unter Bürgermeister Bruno Marek das „Engere Grundnetz“ der U-Bahn: Es umfasste die Linie U1 vom Praterstern zum Reumannplatz, die U2 vom Karlsplatz zum Schottenring sowie die U4 von Heiligenstadt nach Hütteldorf. Der U-Bahn-Probebetrieb begann am 8. Mai 1976.
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